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LESEN LERNEN MIT ALLEN SINNEN
Von Eltern für ElternMethode/Lesespiele DOWNLOAD /VIDEOSUN-BehindertenkonventionKontakt/ Impr./Links/BuchtippsGewalt gegen Kinder -Ute Göppert-
Grundidee
Schritt für Schritt/Lauterforschung
Lautsynthese
Kapitäne/Silbenboote
Anatomie der Buchstaben
ABC/Lesespiele
Fingerlesen/Gesten
Ganze Wörter als Symbol/Anlauttabellen zum Anfassen
Lautsynthese

 

Lesen- Wie geht das eigentlich? / Lauterfassung

 

Die Erzeugung eines Lautes setzt ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von Lunge, Stimmbändern, Gesichtsmuskeln und Zunge voraus.

Wir können einen Laut bewusst erzeugen in dem wir erst Einatmen und dann unter Ausatmung durch die Stimmbänder einen Laut erzeugen, die Gesichtsmuskeln und die Zunge werden in eine bestimmte Position gebracht, um den Laut noch speziell zu „formen“. Am Kehlkopf können wir mit den Händen die Vibrationseigenschaften des Lautes spüren. Lesen bedeutet Sprechen, deshalb ist es für Leseanfänger wichtig, bewusst wahrzunehmen was ein Laut ist und wie er entsteht, um ihn dann selber bewusst zu bilden. Kinder „Stottern, Holpern, bleiben hängen , Verkrampfen oder Blockieren“ beim Lesen oft nur, weil sie nicht wissen, was sie genau beim Vorlesen tun müssen. Deshalb erklären und zeigen Sie bitte ihrem Kind, wie Lesen funktioniert und sie sparen enorme Kosten in Form von Zeit und Nerven. Dazu benötigt man am Anfang keine Buchstaben!

 

Wahrnehmungstraining zur bewussten Lauterfassung

 

Herkömmliche Lehrmethoden vermitteln bei neuen Buchstaben nur zwei Erstinformationen. Das Gehirn erhält Informationen über die visuelle Form des Buchstaben (Lautsymbol)und  den Klang des dazugehörigen Lautes. Dieses geschieht gleichzeitig und überfordert viele Kinder.

 

Als erstes muss mit allen Sinnen erforscht und wahrgenommen werden, was ist ein Laut; das Lautsymbol (Buchstabe) ist dabei unwichtig.

 

Laute werden durch Hören mit den Ohren wahrgenommen. Manche Kinder haben dabei Schwierigkeiten Laute zu erkennen und zu unterscheiden. Die Ursache liegt nicht an einem schlechten Gehör, sondern an der Verarbeitung der Informationen im Gehirn. Gerade diesen Kindern kann man zur Lauterkennung zwei weitere Wahrnehmungsmethoden anbieten. Das Erfühlen und Sehen der Laute.

 

Neben dem Klang des Lautes stehen jetzt zusätzliche Informationen zur Verfügung.

1.Welche Stellung haben bei diesem Laut die Gesichtsmuskeln? Sind die Lippen flach zusammengepresst , ist der Mund leicht geöffnet, ist er ringförmig geformt ? Dies kann man im Spiegel sehen und erspüren.

2.Wo befindet sich die Zunge im Mund? Presst sich diese an die Zähne oder streichelt diese den Gaumen ?

3.Bildet der Atem im Mund und beim Ausatmen einen schwachen oder starken gleichmäßigen Wind oder erzeugt eine kurze Explosion?

4.Welche Vibrationen oder Bewegungen taste ich am Kehlkopf?

 

Wenn die ersten Laute auf diese Weise bewusst wahrgenommen werden, ist es erfahrungsgemäß möglich, dass weitere neue Laute dann automatisch bzw. unbewusst nach diesen Merkmalen abgesucht werden und diese zusätzlichen Informationen im Gehirn zur Verfügung stehen.

 

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Die ersten Erfahrungen mit dieser Wahrnehmungsmethode sollten unbedingt vor Beginn des eigentlichen Leselernprozesses stattfinden. Zu Beginn der ersten Klasse oder schon in der Vorschule.

Spiele dienen dazu die Lautentstehung zu erforschen, zu verstehen und bewusst zu beeinflussen.

Diese können Sie so ganz nebenbei z.B. abends beim Waschen und nach dem Zähneputzen mit Ihrem Kind spielen.

Einfache Spiele zum Vormachen, Mitmachen und Spaß haben:

 

  1. Versuchen Sie mit fest zusammengepressten Lippen zu reden.
  2. Versuchen Sie mit ständig stark geöffneten Mund zu reden.
  3. Versuchen Sie erst die ganze Luft auszuatmen und dann zu reden; geht nicht!
  4. Singen aller Strophen des Liedes „Drei Chinesen mit...“ vor dem Spiegel, dabei auf Form des Mundes achten

 

 Übungen zum Sprechen/ Verbinden von Lauten / Lautsynthese

Siehe auch unter Kapitäne/Silbenboote

Es ist üblich , dass Kindern erklärt wird die Buchstaben „zusammen zu ziehen“. Kinder in diesem Alter haben von dem Begriff ziehen eine ganz klare Vorstellung. Sie wissen, ich kann meine Schwester an den Haaren und die Katze am Schwanz ziehen. Buchstaben haben aber keine Haare und keinen Schwanz zum ziehen. Das Kind kann nicht verstehen, was sie meinen. Sie könnten ihm auch sagen, du musst die Buchstaben zusammenkleben oder zusammenschieben. Das ist für ein Kind unbegreiflich.

Im Gespräch mit Kindern beachten Sie bitte immer, dass Kinder noch eine andere Vorstellung von Wörtern und Begriffen besitzen als Erwachsene. Hier treten die meisten unerkannten Missverständnisse zwischen Erwachsenen und Kindern auf

- auch Kommunikationsprobleme genannt.

 

Am natürlichsten und einfachsten ist immer eine Schritt für Schritt Anleitung, welche vom Erwachsenen nicht nur erklärt, sondern vorgeführt und vom Kind instinktiv nachgeahmt wird.

 

Alle Übungen laaaaaangsam und bewusst Schritt für Schritt durchführen. Die Geschwindigkeit kommt durch wiederholtes Üben von alleine.

 

1.)Zur Wahrnehmung

 

Beim Einatmen durch die Nase wird der Oberkörper leicht gestreckt und der Kopf leicht gehoben, bei der Ausatmung durch den Mund wird der Oberkörper leicht gebeugt und der Kopf leicht gesenkt. Es wird zuerst nur das Atmen in diesem Rhythmus geübt. Zur Verstärkung können die Arme bei der Einatmung gehoben und bei der Ausatmung gesenkt werden. Als nächster Schritt werden Laute in diesem Rhythmus gesprochen. Vorher

festlegen, welche zwei Laute im Wechsel gesprochen werden. 

 

 

Danach wird geübt mehrsilbige Wörter langsam im Rhythmus dieser „Nickbewegungen“ zu sprechen.  Das Kind bekommt hierbei ein Gefühl für seinen Atemrhythmus beim Sprechen und Lesen. Zu Beginn nur zweisilbige Wörter benutzen, nach Leistungsstand des Kindes Anzahl der Silben steigern. Diese Übung lässt sich bereits im Vorschulalter ausführen.

                

   

2.)Nach dem ersten Üben von einzelnen Lauten, werden diese jetzt zu Silben oder Wörtern verbunden. Dies geschieht zunächst stumm. Das Kind sieht die beiden Buchstaben einer Silbe vor sich z.B. Ma  oder die beiden „Lautmünder“ oder Sie nennen ihm zwei Laute Mmmm und Aaaaa. Es formt jetzt stumm den Mund zum M und öffnet ihn dann zum a. Diese Bewegung wird einige Male stumm vor dem Spiegel wiederholt.

Um jetzt hörbar zu sprechen, wird dazu Luft benötigt. Im Rhythmus obiger Übung werden die Bewegungen des Mundes während der Ausatmung wiederholt, auch als Sprechen bezeichnet.

Das Kind begreift jetzt, dass bewusstes Lesen nichts weiter ist, als die Formung des Mundes von einem Laut zum nächsten unter gleichmäßiger Ausatmung. Es weiß jetzt ganz genau, wie Lesen funktioniert.

Beim Üben von einsilbigen Wörtern  werden jetzt nur mehrere Laute nacheinander während einer Ausatmung geformt.

Bei mehrsilbigen Wörtern wird nach jeder Silbe erneut eingeatmet, um dann die Silbe unter Ausatmung zu sprechen.

 

 

 Lautspiele für Nebenbei im Alltag (Vorschule)

 

Bei notwendigen Autofahrten/ Fußwegen können Sie gleich Matheübungen, Leseübungen etc. durchführen, dann brauchen sie nicht noch extra Zeit zum Üben.

 

Leseübungen/ Lautübungen  da ohne Buchstaben

 

a) Nennen Sie einen Laut, ihr Kind soll Dingen zeigen, welche mit diesem beginnen oder diesen enthalten; das kann auch jeweils der in der Schule neu gelernte Buchstabe sein

b) Zeigen Sie bestimmte Dinge bei welchem durch Hüpfen oder Klatschen die Anzahl der Silben bestimmt werden muss. In den Silben dann noch die Kapitäne(Selbstlaute/ Umlaute/ Zwielaute) suchen (vgl. Silbenboote)

c) Lesesynthese- Nennen Sie zwei  oder mehr Laute  (lllll     aaaaaa    llllll   aaaaaa) das Kind "liest" das Wort vor (Lama)

d) " Schreiben" - Sie nennen oder zeigen ein Wort/Gegenstand, dieses muss mit Lauten buchstabiert/lautiert werden

( Eis    - ei   ssssssssss)

e) Spielen Sie  " Ich sehe was, was du nicht siehst, dass fängt mit mmmm an." Dazu eignet sich auch ausgezeichnet ein unaufgeräumtes Kinderzimmer.

f) Aufgabe:  "Nenne ein Tier ( Mädchenname, etc.)  mit  fffffffff."

f) Im Haushalt Aufgaben stellen: "Bringe mir aus der Besteckschublade zweimal den Gegenstand, welcher vorne und hinten ein llllllll hat."

Für obige Spiele können Sie bereits in der Vorschule alle Laute nutzen, der Buchstabe (Symbol) muss nicht bekannt sein.

Anlautdomino zum ausdrucken und basteln(klick hier)

 

 

Matheübungen

 

a) zählen von Häusern, Straßenlampen, Autos,.........

b) Rechenübungen (beim Laufen mit Schritten verbinden, oder an Zaunlatten etc, abzählen)

c) Zahlen der Nummernschildern von Autos oder Hausnummern addieren, subtrahieren, multiplizieren.....

d) Zählen/Rechnen  von Tellern, Löffeln etc. in der Küche, Treppenstufen im Haus usw.

 

 

 

Stressfrei im Alltag lernen, so könnte es gehen:

Patrick und Sandro gehen in die gleiche Klasse. Beide üben nach der Schule zu Hause noch ganz fleißig lesen.

Beide erfüllen heute die gleiche Aufgabe:

 

Sie üben den neuen Buchstaben O.

 

Patrick sitzt neben seiner Mutti am Tisch und bekommt den Buchstaben im Buch gezeigt und vorgesprochen. Dann muss er den Buchstaben sprechen und schreiben. Zum Schluss muss er in einem Text alle O´s finden und unterstreichen. Patrick hat jetzt ca. 30 min  am Tisch auf einem Stuhl gesessen und Mutti musste ihn immer wieder ermahnen, ruhig zu sitzen und sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren.

Da er am nächsten Tag den Buchstaben immer noch nicht sicher beherrscht, wiederholt sich das Lernen vom ersten Tag. Bestimmt ist Patrick darüber hocherfreut und sehr motiviert.

 

Sandro bekommt von seiner Mutti ein großes O aus Moosgummi. Unter ihrer Anleitung und dem Sprechen des Lautes macht er folgendes:  Er schiebt seinen Kopf durch das O geht ins Bad und betrachtet sich damit im Spiegel. Jetzt spricht er den Buchstaben, fühlt es  und sieht im Spiegel, dass sein Mund dabei auch ein kleines O bildet. Er schließt seine Augen und fährt die kreisrunde Form seiner Lippen mit den Fingern ab. Bewusst stellt er fest, dass seine Zunge beim Bilden des Lautes  ruhig und locker im Mund liegt. Den Moosgummibuchstaben kann er mit geschlossenen Augen abtasten und wenn er nicht zu dick ist, auch durch diesen hindurchsteigen. Mutti erledigt in der gleichen Zeit eine kleine Reinigung des Bades und gibt Sandro nebenbei die nötigen Anregungen und Anweisungen. Sie erlaubt ihm sogar, sich mit ihrem Lippenstift die Lippen zu färben und o-sagend  auf den Spiegel zu küssen. Dieses geküsste O darf er auch noch mit dem Lippenstift nachzeichnen.

Jetzt will Sandro aber mit seinem ferngesteuerten Auto vor dem Haus spielen. Klar darf er, aber nach Mutti`s Regeln. Sie gibt ihm Straßenmalkreide, damit malt er ein großes O auf den Fußweg. Dieses wird erst ganz langsam mit geöffneten Augen und dann mit geschlossenen Augen abgelaufen. Jetzt kommt das Auto zum Einsatz. Wie viele O`s kann

Sandro in einer Minute fahren, ohne dabei den gezeichneten Strich zu verlassen?

Beim Vorbereiten des Abendbrotes hilft Sandro in der Küche. Dabei darf er dort nach O´s

suchen. Man gibt’s da viele: Gläser, Tassen, Töpfe, Dosen, Schraubverschlüsse von oben betrachtet sind alles O´s. Der schwarze Rahmen der Wanduhr, die Ringe auf dem Cerankochfeld und, und, und.....................Jetzt ist der Tisch gedeckt und zu essen gibt’s eine O- Schnitte. Lecker! Auf dem Becher mit dem Schmierkäse entdeckt er auch noch einige O´s. Bevor Sandro einschläft kuschelt er noch etwas mit Mutti. Dabei streichelt sie im heute lauter große und kleine O´s auf den Rücken, die Arme und die Beine. Nur nicht auf den Bauch, das kitzelt!

Außer beim Essen der O-Schnitte hat Sandro beim Lernen nicht an einem Tisch gesessen. Er konnte bei allen Dingen selbst entscheiden, ob er dabei auf dem Boden oder dem Sofa sitzt, läuft, liegt, steht oder kriecht. Den Eindruck, dass er heute so richtig lernen musste, hatte er auch nicht.

Das Sandro nach diesen Erlebnissen das O wieder vergisst, ist unwahrscheinlich.

 

 

 "Basteltipp": O-Schnitte

 

Eine große Schnitte /Toastscheibe mit Käse o.ä. belegen, eine zweite darüber klappen.

Mit einer großen Tasse daraus ein O-ausstechen, mit einem Eierbecher das innere Loch herausstechen. Evtl. Tasse und Eierbecher als Schablone nehmen und mit dem Messer ausschneiden.- Fertig ist die O-Schnitte!

 

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