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Silbenboote

 

Diese Schritt für Schrittanleitung dient zum spielerischenVerstehen nach welchem Schema sich ein Wort aufbaut und z.B.in Silben gliedert. Erst wenn man die Struktur erkennt, kann man richtig lesen.

Die Struktur ist eigentlich ganz einfach : Jede Silbe ist ein Boot, ein Segelboot. Jedes Boot oder Schiff hat auch nur einen einzigen Kapitän. Unsere Kapitäne sind zu Beginn nur die Selbstlaute A,E,I,O,U alle anderen Buchstaben sind die Passagiere . Auf einem Schiff muss ein Kapitän sein, sonst kann keiner das Schiff steuern. Zwei Kapitäne gehen nicht, sondern würde einer rechts sagen und der andere links und das Schiff fährt an eine Klippe.Auf einem Schiff können ein oder mehrere Passagiere mitfahren, aber auch gar keiner.  Ein Schiff kann alleine als Wort reisen, oder zwei und mehr Schiffe schließen sich zu einem Verband zusammen und reisen gemeinsam als Wort.

 

 

Bei deutschen Wörtern fällt auf, dass zwei Kapitäne nie nebeneinander stehen, sondern immer durch einen Passagier getrennt werden.  Beachten Sie dies beim Legen von Wörtern:

Um hier keine Verwirrung zu stiften, auf Namen wie Pia, Mia oder Noah verzichten. Diese verstoßen gegen die Regel, da zwei Kapitäne nebeneinander stehen; obwohl es sich nicht um einen Zwielaut handelt.

 

Lesen mit Silbenbooten

 

1.)Benötigt werden drei flache Pappkisten als Boote und einzelne Lautmünder oder Buchstaben. Alle Handlungen wie Einsetzen der Buchstaben, Zusammenschieben der Boote etc. durch das Kind durchführen lassen. Aus Papier wird  ein Segel gefaltet und mit Klebeband am Boot befestigt. Die erste Kiste wird auf den Boden gestellt , das Kind und Sie knien davor. Es wir besprochen wodurch ein Segelboot fährt, durch Wind oder Luft. Gemeinsam wird jetzt durch Aufrichten des Oberkörpers kräftig Luft geholt und dann kräftig gegen das Segel geblasen. (Vergleiche Atemübungen zur Lautsynthese)

Weiter wird im Gespräch geklärt, dass auf jedem Schiff nur ein Kapitän sein darf. Zeigen Sie dem Kind alle bereits bekannten Kapitäne, entweder die Lautmünder o, e, a oder die Kapitänsbuchstabenkarte.

 

Oben: siehe unter Buch-Kostenlos

 

Alle übrigen Buchstaben /Lautmünder sind Passagiere. Vorhandene und gut bekannte Lautmünder werden nun in zwei Gruppen gelegt, die Passagiere und die Kapitäne. Kapitänskarte dient dabei als "Spickzettel".

Das Kind darf nun einen Kapitän seiner Wahl in das Boot legen. Nun wird wieder kräftig Luft geholt und beim Ausatmen der Kapitän gesprochen.z.B. Aaaaaaaa. Dann wird ein Passagier vor das Boot gelegt. Dieser wird im Rhythmus der Atmung einzeln gesprochen z.B. Mmmmm. Der Passagier darf nun auf das Boot. Dem Kind bitte erklären, dass beide innerhalb einer  einzigen Ausatmung gesprochen werden. Führen Sie dies anschaulisch vor.

Einatmen/Aufrichten des Oberkörpers, dann unter Ausatmung und Beugen des Oberkörpers Richtung Schiff  sprechen von Mmmmmmmaaaaaaaaaaa.

Gemeinsam mit dem Kind wiederholen.

Nun den Kapitän und den Passagier austauschen lassen. Das Kind sollte wählen können, ob es die Buchstaben erst einzeln vor dem Schiff im Rhythmus der Atmung spricht oder sie gleich gemeinsam zum Sprechen ins Boot legt.

Nach einiger Übung wird ein zweites Boot mit Abstand daneben gestellt.In dieses kommt ebenfalls ein Kapitän und ein Passagier. Dieses wird ebenfalls einzeln schrittweise gesprochen/gelesen. Danach wird das zweite Boot am ersten befestigt/ herangeschoben. Beide Schiffe fahren jetzt als Wortflotte, d.h. beide Silbenboote müssen relativ zügig hintereinander gesprochen werden. Aber es wird für jedes Boot einmal eingeatmet. Mehrmals wiederholen, bis das Wort gesagt werden kann. z.B. Ssssuuuuu  -  lllleeeee, Sule.

Da die Kinder die Buchstaben selbst einsortieren, ergeben die Wörter meist keinen Sinn. Aber gerade dadurch wird das eigentliche Lesen geübt, das Erkennen und Verbinden von Lauten.

Es wird vermieten, das bekannte Silbenbilder oder Wortbilder "abgerufen" bzw. erraten werden; konzentriert wird sich allein auf das Klangbild und nicht auf den Sinn des Wortes.

 

Erhöhung der Schwierigkeit:

a)Da ein Kapitän mehrere Passagiere befördern darf, kommen jetzt ein Kapitän und mehrere Passagiere in ein Boot z.B. RES; MAN; MIT; TOM, usw.

b) Ein drittes Boot wird angehängt. LU-MA-NI

c) Sie legen ein Wort mit Sinn in die Boote; das Wort muss erlesen und verstanden werden

 

Basteltipp: Auf gefaltete Papierboote wird jeweils ein Kapitän und ein Passagier geschrieben. Das Kind markiert den Kapitän jeweils farbig. Die Boote werden einzeln gelesen und in verschiedenen Kombinationen zu Wörtern verbunden und gelesen.

 

2.)  Mit Buchstaben legen Sie ein mehrsilbiges Wort z.B. MELAN. Das Kind schaut mit Hilfe der Kapitänskarte wieviel Kapitäne vorhanden sind und nimmt sich so viele Boote. Es setzt nun selber die Kapitäne und Passagiere  in die Boote und versucht zu lesen. Lassen Sie hier das Kind in Ruhe experimentieren. Als erstes wird das Wort z.B.so eingesetzt: MEL-AN, Den Kindern fällt meist von selber auf, dass dies komisch klingt und sie setzen das L nach rechts ins Boot; ME-LAN.  Sonst geben Sie den Hinweis, den Passagier L einfach mal ins andere Boot zu setzen und zu probieren wie es klingt.

 

3.) Beim Lesen eines Textes, erst alle Kapitäne suchen und farbig übermalen. Dann überlegen wieviel Silben das jeweilige Wort hat und erst dann lesen.

 

4). Übung ohne Pappboote: Das Kind nennt ein Tier und soll nun herausfinden aus wievielen Booten/Silben das Tier besteht. Die Silben werden erlaufen oder erhüpft. Ein Schritt = eine Silbe. Führen Sie an einem anderen Tier ein Beispiel vor. Dann gilt es herauszufinden, welcher Kapitän das erste Boot/ Silbe steuert. Die Silbe wird vor einem Spiegel nochmals gesprochen, dabei wird der Mund betrachtet; zur Wahrnehmung des Selbstlautes (Kapitän) wird auf den Klang des Lautes und auf sein Aussehen geachtet. Die Kapitänskarte steht als weitere Hilfe zur Verfügung.

Wird der Laut falsch benannt, wird dieser  falsche Laut vor dem Spiegel nochmals deutlich gesprochen und angesehen. Dann wird die Silbe gesprochen, das Kind soll darauf achten, ob es diesen Laut "wiedersieht". Meist erkennen die Kinder ihren Fehler und korrigieren sich selbst.

Danach wird das Tier nochmals vom Anfang gesprochen und sich auf die zweite Silbe konzentriert; jetzt wird hier der Kapitän gesucht  usw.

 

Werden noch keine Buchstaben benutzt, sondern die Lautmünder, darf das Tier nur die Kapitäne A, E, O enthalten. z.B. Elefant, Hand, Gans, Hase, Nashorn, Zwergkatze, Panter

Zwielaute und Umlaute sind ebenfalls nicht zu benutzen: z.B.- nicht Maus, Maulwurf, Eule, Löwe

 

Die Kapitäne heißen auch Selbstlaute, weil sie alles auf dem Boot SELBST bestimmen dürfen.

 

Kapitäne auf Geheimmission:

Nur wenn sich zwei Kapitäne auf Geheimmission befinden, stehen sie nebeneinander und fahren auf einem Boot gemeinsam. Damit es keine Streitigkeiten gibt, ist nach einem genauen Schichtplan imme nur ein Kapitän auf der Steuerbrücke. Zur Tarnung der Geheimmissionen werden diese Kapitänsduos dann aber anders ausgesprochen. Sie heißen dann nicht

a-u, sondern au; nicht e-i, sondern ei; nicht e-u, sondern eu.

 

Später kommen dann noch die Umlaute dazu. Dies sind Hilfskapitäne. Ü,Ö,Ä heißen Umlaute weil sie Punkte UM sich herum haben. Um den Laut sind Punkte herUM.

 

Die Kapitäne/Selbstlaute gilt es sich einzuprägen, da durch Sie ein Wort klar in Silben struktriert und erlesen werden kann bzw. erkennt man an zwei Kapitänen, welche nebeneinander stehen, dass es sich um einen Zwielaut handelt.

 

Ausnahmen bestätigen die Regel, deshalb auf Wörter wie Klaue (3 Selbstlaute) usw. verzichten

 

Erkennen von Zwielauten

AB: Markieren von einzelnen Kapitänen und von Kapitänsduos(Zwielauten) auf Geheimmission.

 

Dazu wird ein kurzer Text sehr groß auf ein Blatt geschrieben.

Über jeden Kapitän wird z.B. ein Lochverstärkungsring oder anderer Aufkleber geklebt.

Stehen genau zwei Kapitäne nebeneinander werden die Aufkleber etwas überlappt geklebt.

Alle diese Doppel sind Zwielaute. Evtl. diese noch farbig markieren. Erst zum Schluss den Text lesen.